Integriertes Naturschutzmanagement

Zum Flughafen gehören nahezu 150 Hektar Grünzonen und Naturwiesen. Studien zu Flora und Fauna zeigen, dass der Flughafenbetrieb einen Einfluss auf den Zustand dieser Naturgebiete hat. Daher hat Genève Aéroport angemessene Naturschutzmassnahmen angeordnet.

Vor kurzem wurde ein Handbuch für die Raum- und Landschaftsplanung ausgearbeitet. Dieses praktische Instrument soll dazu beitragen, die Biodiversität zu erhalten und zu unterstützen und den Landschaftswert auf dem Flughafengelände und in einem erweiterten Umkreis zu erhöhen. Das Handbuch soll die langfristige Integration der Landschaftsdimension bei der Konzeption neuer Infrastrukturen auf dem Flughafengelände sowie den Erhalt von hochwertigen Grünzonen oder Erholungsgebieten für die Flugpassagiere als auch für die Flughafenmitarbeiter sicherstellen.

Wildhut

Dank regelmässiger Überwachung konnten die Kenntnisse über die Tierwelt auf dem Flughafengelände stetig verbessert werden. Die Daten zur Avifauna (Vögel) sowie zu Säugetieren (Hasen, Füchse, Spitzmäuse), Amphibien und Insekten wurden in ein Register aufgenommen.

Aus Gründen der Flugsicherheit werden die Bewegungen der Tiere auf dem Flughafengelände laufend durch die Beamten der Einheit «Abwehr von Tiergefahren», die zur Einheit Operations von Genève Aéroport gehört, überwacht. Über 90 Vogelarten werden jährlich bei ihrem kürzeren, längeren oder stetigen Aufenthalt beobachtet. Falls erforderlich werden die Tiere, die eine Gefahr für die Flugzeuge darstellen, von den Beamten vergrämt.

Grosse Biodiversität und seltene Pflanzenarten

Anhand von botanischen Erhebungen kann die Entwicklung der Fauna verfolgt werden, die gemäss ihren Standorten (trocken oder feucht) inventarisiert wird. Es wurden über 210 Pflanzenarten erhoben; ein Teil davon zählt zu den seltenen oder sogar vom Aussterben bedrohten Arten.

Die Biodiversität wird durch die düngerfreien Wiesen begünstigt. Es besteht jedoch keine Absicht, den Flughafen zu einer besonderen Schutzzone zu machen.

                                          

                                           Helm-Knabenkraut (verletzlich)

Grünflächenmanagement

Das Mähen der Grünflächen wird in einem Konzept definiert, welches die operativen und flugsicherheitsspezifischen Vorgaben (Intervention im Falle eines Brandes, Vogelschlag) sowie umweltbezogene Aspekte (Erhalt der Biodiversität) umfasst.

Die Grünflächen können je nach Standort regelmässig (gemäss maximaler Grashöhe), halbjährlich (im Frühjahr und Herbst) oder jährlich (erst nach Mitte-September) gemäht werden.

Im Rahmen des Grünflächenmanagements auf dem Flughafengelände werden die Neophyten nach spezifischen Vorgaben behandelt. Durch die laufende Überwachung der Wiesen können diese unerwünschten Pflanzen ausfindig gemacht und durch Ausreissen oder Abbrennen vernichtet werden.
Seit 2011 gehört Genève Aéroport zu den rund 308 zertifizierten Unternehmen der Stiftung Natur und Wirtschaft, die durch die Qualität ihrer naturnahen Areale zur Erhaltung der Biodiversität beitragen.

GVA : Urgences