Sicherheit der Kleinfliegerei auf dem Flughafen Genf: Bilanz und Perspektiven


04.03.2008

Der internationale Flughafen Genf hat am Dienstag 4. März 2008 einen Bericht über die möglichen Gefahren des Nebeneinanders von Klein- (VFR) und Grossfliegerei (IFR) veröffentlicht. Der Bericht ist das Ergebnis einer 2004 im Rahmen des Gemischten Ausschusses Frankreich/Schweiz auf Wunsch des GVA veranlassten Studie. Er beschreibt die bestehenden Verfahren und prüft, ob sie dem zunehmenden Verkehr noch gewachsen sind. Der Bericht begleitet die ständigen Bemühungen des GVA, von Skyguide und des Aéroclub de Genève zur Gewährleistung der Flugbetriebssicherheit.

Der Bericht des 2004 beauftragten Prüforgans NLR (Nationaal Lucht- en Ruimtevaartlaboratorium) sollte die zwei folgenden Fragen beantworten:

  • Erfüllt das gegenwärtige (2003) Nebeneinander von Klein- und Grossfliegerei alle Sicherheitskriterien?
  • Wird es auch 2010 oder 2020 noch tauglich sein?

Feststellungen

Der 2005 vorgelegte Bericht lässt keinerlei Problem erkennen, das eine grössere, dringend zu behebende Gefahr darstellt. Die Verfahren und Dokumente über den gemischten Verkehr VFR/IFR auf den beiden Pisten des GVA beruhen generell auf international anerkannten Praktiken.

Empfehlungen

Der Bericht von NLR enthält jedoch zwei Empfehlungen:

  • die Anwendung der internationalen ICAO-Normen für Wirbelschleppen
  • eine bessere Formalisierung der Verfahren zur Kontrolle des VFR/IFR Verkehrsmanagements

Massnahmen

Die schweizerischen Flughäfen, auch der GVA, wenden die national und international vorgeschriebenen Normen an. Die für den Flughafen Genf geltenden Normen entsprechen den schweizerischen Vorschriften, die eine Abweichung von der ICAO-Norm zulassen. Seit Erscheinen des Berichts wurden die Kontrollverfahren besser formalisiert:

  1. Die Firma Skyguide ist seit Dezember 2006 nach den Normen "Einheitlicher europäischer Luftraum" zertifiziert.
  2. GVA baut seit 2006 sein SMS (Safety Management System ) auf. Damit werden die Verfahren für alle Vorgänge auf den beiden Pisten und auf dem Vorfeld formalisiert.
  3. GVA hat im Februar 2006 die Zertifizierung COFA (Certification of aerodrome) erhalten. Das bedeutet, dass er die Anforderungen an den Betrieb eines Flughafens gemäss ICAO erfüllt.

GVA, Skyguide und der Aeroclub haben darüber hinaus in den letzten Jahren weitere Massnahmen zur ständigen Verbesserung der Sicherheit ergriffen.

Ein Entscheid des Verwaltungsgerichts erlaubt heute die Veröffentlichung dieses Berichts auf Verlangen von Anwohnern, die sich auf das LIPAD (Gesetz über die Information der Öffentlichkeit) berufen haben. GVA hatte die Veröffentlichung im Einverständnis mit dem BAZL bisher zurückgehalten, um sie zunächst dem Gemischten Ausschuss Frankreich/Schweiz als Veranlasser der Studie zu unterbreiten.