Der Flughafen Genf beteiligt sich am Kampf gegen Produktpiraterie


02.07.2010

Der Internationale Flughafen Genf (GVA) unterstützt die Aktion von STOP PIRACY, welche die Reisenden auf die Konsequenzen von Kauf und Konsum von gefälschten Produkten aufmerksam macht. Am 2. Juli 2010 wurde in der Abflughalle ein Informationsstand eröffnet.

«Die Kreativität der Produktfälscher kennt keine Grenzen. Zu den 5 Produkten, die vom Schweizer Zoll am häufigsten beschlagnahmt werden, gehören Accessoires wie Handtaschen oder Sonnenbrillen, Kleider, Uhren und Schmuck, Medikamente sowie Elektrogeräte und -material. Von der Produktpiraterie betroffen kann einfach absolut alles sein!» Die Mitglieder von STOP PIRACY*, der Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie, haben am 2. Juli 2010 einen Informationsstand im Zentrum der Abflughalle des Internationalen Flughafens Genf eröffnet.

«Die Herstellung von Fälschungen ist ein lukratives Geschäft, da eine Nachfrage nach Fälschungen besteht, insbesondere in der Schweiz. Wenn Sie Fälschungen kaufen, unterstützen Sie illegale Machenschaften, die immer häufiger dem organisierten Verbrechen zuzuordnen sind. Der Schweizer Konsument trägt somit einen Teil der Verantwortung, da er mit seiner Nachfrage das Angebot an Fälschungen ankurbelt. Dennoch setzt sich die Schweiz weiterhin dafür ein, dass Fälschungen und Piraterie überall auf der Welt bekämpft werden», sagen die Aussteller.

Mit dieser Sensibilisierungskampagne sollen die schädlichen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Produktpiraterie bekämpft werden; sie dient aber auch dem Schutz der Konsumenten: «Die Produktfälscher umgehen absichtlich die Sicherheits- und Qualitätsnormen. Diese Missachtung der Vorschriften geht zulasten der Konsumenten. Der Konsument, der Güter ungewisser Herkunft kauft und verwendet, setzt sein Leben und seine Gesundheit aufs Spiel. Dies gilt insbesondere für Medikamente sowie Spiel- und Werkzeug. Für die entstandenen Schäden können die Produktpiraten nicht zur Verantwortung gezogen werden, da die Spur nicht bis zu ihnen zurück verfolgt werden kann.»

«Der Import von gefälschten Marken- und Designartikeln für private Zwecke ist in der Schweiz seit dem 1. Juli 2008 verboten, selbst wenn der Käufer nicht wusste, dass es sich um eine Fälschung handelt oder wenn der Kauf schon vor längerem erfolgte. Der Zoll kann Produktfälschungen an der Grenze beschlagnahmen, selbst wenn sie nur in kleinen Mengen und ausschliesslich für den Privatgebrauch importiert werden. Im Unterschied zu bestimmten Nachbarländern (wie beispielsweise Italien oder Frankreich) ist der Privatgebrauch in der Schweiz nicht strafbar, aber die Berechtigten machen im Rahmen von Einreden in Zivilrechtsverfahren oft Schadenersatzansprüche in Höhe von mehreren Hundert Schweizer Franken geltend», präzisieren die Aussteller. Sie warnen die Reisenden davor, ein Geschäft mit diesen Produktfälschungen machen zu wollen: «Im Schweizer Recht macht sich jede Person strafbar, welche die immateriellen Rechte einer anderen Person durch den Verkauf von Produktfälschungen verletzt. Falls diese Person geschäftsmässig handelt, müssen die Strafverfolgungsbehörden sogar von Amtes wegen einschreiten. Die betreffende Freiheitsstrafe kann bis zu fünf Jahre betragen, die Geldstrafe bis zu CHF 1'080'000. Es sind auch zivilrechtliche Sanktionen vorgesehen.»

 

* www.stop-piracy.ch