Eine riesige Dachbegrünung auf dem Dach des Flughafens


07.06.2022

Genève Aéroport begrünt 6'000 m2 Dachfläche auf seiner derzeit im Bau befindlichen Gepäcksortieranlage. Ziel dieser Landschaftsgestaltung ist es, die Biodiversität zu fördern und die Wärmeinseln auf der Plattform zu reduzieren. Das Grossprojekt, für das 187’000 Franken investiert wurden, läuft in mehreren Etappen bis 2024.

Synergie von Pflanzen und Solarmodule

Gegenüber der Arena, zwischen dem Rollfeld und der Autobahn, sind die Arbeiter auf dem Dach des Flughafens beschäftigt. In ihren Händen halten sie ein Gebläse, das Erde aus dem Silofahrzeit, das sich am Boden unter ihnen befindet, ausstösst. Zwei Tage sind nötig, um die 150 m3 Substrat auf der 1'330 m2 grossen Fläche zu verteilen. Nun beginnt die erste Etappe der Begrünungsarbeiten an der zukünftigen Gepäcksortieranlage (GSA). Das ökologisch vorbildliche Gebäude wird das derzeitige Sortiersystem ersetzen und 2024 in Betrieb gehen.



  «Die Aussaat ist für den Herbst 2022 vorgesehen. Einige Wochen später wird man die ersten Pflanzen keimen sehen, die alle aus dem Genfer Gebiet stammen», erklärt Naïs Imbernon, Projektleiterin für Architektur am Genève Aéroport.

 

«Innerhalb von ein bis zwei Jahren wird die Vegetation ausgereift sein.»


930 m2 Solarzellen werden bald das Bild auf dieser Oberfläche vervollständigen und 71 MWh Strom erzeugen, die für den Eigenbedarf des Gebäudes eingesetzt werden. 

Die Kombination aus PV-Modulen und Vegetation wird ein Biosolardach bilden. Denn die Pflanzen ermöglichen es, die Temperatur der Module zu senken und ihren Wirkungsgrad zu verbessern. Im Gegenzug fördern die durch die Solaranlage geschaffenen Schattenbereiche die Diversifizierung der Mikrohabitate auf dem Dach und die Aufnahme einer grösseren Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. 

Biodiversität und Wärmeinseln

Genève Aéroport multipliziert die Initiativen, um den Umweltschutz auf der Plattform zu fördern und seinen CO₂-Fussabdruck zu begrenzen. Auf dem Flughafengelände befinden sich bereits mehrere Dachbegrünungen mit einer Gesamtfläche von rund 4'000 m².

 

«Ziel ist es, die Biodiversität zu fördern und Wärmeinseln im Südsektor des Flughafens zu bekämpfen», erklärt Louise Gilbert, Leiterin der Umweltprojekte. 


Man muss wissen, dass es bei Hitzeperioden auf dem Rollfeld über 50 °C heiss werden kann. Blumen, Bäume und Sträucher tragen dazu bei, die Umgebungsluft zu kühlen und die Temperatur zu senken. Auch die Rückhaltung von Regenwasser wird durch die Pflanzen verbessert.



Neben dem reinen Umweltaspekt werden die neuen Dachbegrünungen auch das Arbeitsumfeld der Angestellten in den angrenzenden Gebäuden angenehmer gestalten. Sie werden auch für die Passagiere, die den Ostflügel benutzen, sichtbar sein. 

Extensive und vorbildliche Begrünung


Mitte Juni wird eine Fläche von 2'666 m2, die sich zwischen dem neuen Ostflügel und dem IATA-Gebäude befindet, eingerichtet. Genève Aéroport hat für diese Fläche eine kantonale Subvention von 93'000 Franken aus dem Programm «Nature en Ville» (Natur in der Stadt). Im Jahr 2024 wird das letzte Dach der GSA (1'945 m²), das sich gegenüber der Esplanade des Terminals 1 befindet, begrünt sein. 

Interview mit Delia Fontaine, Leiterin des Programms «Nature en Ville», Departement für das Territorium (Kanton Genf)

Woraus besteht das Programm Nature en Ville?
Nature en Ville zielt darauf ab, im Kanton Genf die Biodiversität im städtischen Raum zu fördern, indem günstige Lebensräume für einheimische Flora und Fauna entwickelt werden. Davon profitiert nicht nur die Natur, sondern auch die Qualität unseres Lebensraums. Das Programm unterstützt und begleitet die unterschiedlichsten Projekte: städtische Gemüsegärten, Blumenwiesen usw.

Welchen Nutzen hat das Projekt zur Begrünung der GSA für den Kanton?
Die Begrünung von Gebäuden ist eine sehr interessante Massnahme im Kontext der Urbanisierung, denn sie schafft wieder Lebensräume, die der Biodiversität förderlich sind und verloren gegangen sind. Manchmal tauchen seltene oder als gefährdet eingestufte Arten wieder auf. Langfristig kann man hoffen, auf diesen Flächen neben einer vielfältigen Flora auch Käfer, Schmetterlinge, Wildbienen, eine ganze wesentliche Kohorte von Bestäubern anzutreffen. Je mehr Standorte es gibt, auch wenn sie noch so klein sind, desto effektiver ist es dank des Netzwerkeffekts!

Sogar auf dem Dach eines Flughafens?
Selbstverständlich! Die Dachfläche der GSA ist gross und daher interessant. Sie befindet sich zudem nur wenige Meter von den Blumenwiesen des Flughafens entfernt, die bereits einen grossen floristischen Reichtum mit vor allem seltenen und bedrohten Arten beherbergen. Man kann also davon ausgehen, dass man relativ schnell eine reiche und für unseren Kanton vorteilhafte Biodiversität vorfinden wird.





Zumal der Genève Aéroport für dieses Areal alle Kriterien für eine sogenannte «vorbildliche» Begrünung erfüllt hat, wie z.B:
-    die Qualität und Dicke des Substrats, 
-    Aussaat mit einheimischen Samen, 
-    Schaffung von Strukturen, die die biologische Vielfalt fördern (kleine Hügel, Steinhaufen, Totholzhaufen).

Eine neue Sortieranlage im Jahr 2024


Die neue Gepäcksortieranlage soll 2024 in Betrieb genommen werden. Sie hat folgende Ziele
•    das derzeitige Sortiersystem zu ersetzen (da mehrere Geräte veraltet sind)
•    dem erhöhten Bedarf an Gepäckabfertigung gerecht zu werden 
•    mit der Einführung von Scannern der neuesten Generation (EDS3) den Sicherheitsstandards zu entsprechen.




Das Gebäude und die Industrieanlagen wurden nach einem umfassenden Energiekonzept konzipiert, das es ermöglicht, nach Anschluss an das GeniLac-Wärmenetz 90% des Wärmebedarfs zu decken. Darüber hinaus wurden hundert Erdwärmesonden im Untergrund installiert. 

Diese Baustelle ist besonders komplex, da sie bei laufendem Betrieb des Flughafens stattfindet. Aufgrund der Pandemie kam es zu einer einjährigen Verzögerung. Trotzdem ist die Gebäudehülle nun fast fertiggestellt, die Hälfte der Gepäckausgabebänder für die Ankunft steht bereit. Ein Teil der neuen Check-in-Schalter im Hauptterminal ist installiert und 20 % der Förderstrecken sind fertiggestellt. Zuletzt werden die acht Scanner installiert werden, wobei die ersten Inbetriebnahmen für den Sommer 2022 geplant sind. 


 

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