Genève Aéroport schafft Pestizide in seinen Gewächshäusern ab


15.08.2019

Die Gärtner des Flughafens verbannen Düngemittel und andere Pflanzenschutzmittel aus ihrer Betriebspraxis. Dieser ökologische Wandel, der vor zwei Jahren begann, trägt nun Früchte.

Die Wolllaus, ein knapp fünf Millimeter langes Insekt, ist ein starker Schädling. Schleichend breitet sie sich unauffällig unter den Pflanzen aus und saugt den Pflanzensaft auf, bis die Pflanzen eingehen. Seit einigen Monaten sind die Gärtner von Genève Aéroport mit einem regelrechten Angriff durch diesen Schädling in ihren Gewächshäusern am Ende des Rollfeldes konfrontiert. Als Reaktion darauf setzen sie einen wirksamen Jäger ein: den australischen Marienkäfer.

« Wir haben seit dem Frühjahr 300 Larven ausgesetzt », erklärt Chrischona Barman, Leiterin des Gartenbauteams. « Diese natürliche Lösung ist eine gute Alternative zu Pestiziden. Wir konnten nicht alle Pflanzen retten, aber es ist ein Risiko, das bei der Umstellung auf den ökologischen Anbau in Kauf genommen werden muss. »

Ihre Abteilung, die für die Produktion und Pflege der Blumen der Plattform zuständig ist, arbeitet seit zwei Jahren ohne Chemikalien. Neben der Umsetzung von hausgemachten Mitteln wie Brennnesseldünger oder Schachtelhalmabkochung zur Bekämpfung von Krankheiten war es ein ganzes System, das es zu überdenken galt.

Christian Bavarel, beratender Gärtner, unterstützt das Team bei diesem ökologischen Wandel.  « Das Schwierigste ist nicht, auf Pestizide zu verzichten, sondern das System als Ganzes zu überdenken. Mit einem Ziel vor Augen: den Garten widerstandsfähig zu machen », erläutert er.

Zu diesem Zweck wurde ein Teil der Thuja-Hecken im Gartenbaubereich entfernt und durch einheimische Sorten ersetzt, die für die Entwicklung von Nützlingen (Insekten, die sich von Schädlingen ernähren) geeignet sind. Der Motorpflug wurde zugunsten der Gartengabel aufgegeben. Diese Massnahme hat den Vorteil, den Boden zu belüften und so die Entwicklung von für die Pflanzen günstigen Pilzen zu fördern.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Dahlien, Rudbeckien und andere Sonnenblumen sind in ausgezeichneter Form. Von nun an werden diese biologischen Arten zur Dekoration der Blumenkästen von Genève Aéroport verwendet.

« Dieses Projekt ist äusserst motivierend, denn es ist eine sehr konkrete Form, um die Biodiversität auf unserer eigenen Ebene zu fördern », erklärt Chrischona Barman. Sie hat den Kopf voller Ideen und denkt bereits jetzt über den nächsten Schritt nach: « Ich würde gerne das Gras mit einer Sense schneiden, und einen ökologischen Gemüsegarten für die Mitarbeiter anlegen. Wir werden sehen, ob uns das gelingen wird.»