Genève Aéroport und Services Industriels de Genève werden zu Solarstrom-Produzenten


12.10.2017

Genève Aéroport (GA) und die Services Industriels de Genève (SIG) engagieren sich für die Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung und wollen gemeinsam Solarstrom produzieren. Der Flughafen verfügt über die Flächen und die SIG über solide Erfahrung im Bereich Photovoltaik. Insgesamt können auf den 55 000 m2 Dachfläche, auf der Photovoltaik-Module angebracht werden sollen, ca. 7,5 GWh Strom pro Jahr produziert werden, also der jährliche Stromverbrauch von 2 500 Genfer Haushalten.

Unterstützt durch dynamische umweltpolitische Massnahmen, die erneuerbare Energien fördern, beschlossen der GA und die SIG nach gemeinsamen Überlegungen, zusammen mehrere Projekte durchzuführen. Zunächst einmal stellt der Flughafen 10 Dächer zur Verfügung, also ungefähr 55 000 m2, damit die SIG ihre Photovoltaikkraftwerke einrichten könne.

Die Energiepolitik des Genève Aéroport, die durch die kantonale und eidgenössische Energiepolitik unterstützt wird, basiert auf drei strategischen Säulen:

-    effektiv konsumieren und den Energiebedarf für die Geschäftstätigkeit begrenzen;
-    die Energie so effizient wie möglich produzieren und nutzen;
-    die Versorgung mit erneuerbaren Energien bevorzugen und fördern. 

André Schneider, Generaldirektor des Genève Aéroport, führt dazu aus: „nachhaltige Entwicklung wurde als transversales strategisches Ziel für alle Tätigkeitsbereiche des Flughafens definiert. Dieser muss seinen Betrieb unter Einbeziehung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Anforderungen weiterentwickeln und gleichzeitig die Nutzer, Partner und Anwohner berücksichtigen. Im Rahmen der Partnerschaft mit den SIG zur lokalen Stromproduktion durch den Flughafen wurden 10 Orte für die Installation von neuen Solar-Parks festgehalten. 

Den SIG gehören 39 Solarkraftwerke im Kanton Genf, die sie auch betreiben. Die Kapazität für die Produktion von Solarstrom liegt kantonsweit aktuell bei ungefähr 48 GWh. Als Experte in diesem Bereich haben sich die SIG zu Beginn des Jahres mit dem Kanton Genf zusammengeschlossen, um Solarstrom auf einer Dachfläche von 50 000 m2 zu produzieren. Durch die neuen, vom Genève Aéroport vorgeschlagenen Flächen können die SIG ihr Engagement für die Energieunabhängigkeit und die Versorgungssicherheit des Kantons ausweiten.

Wie Christian Brunier, Generaldirektor der SIG, betont: „bis 2025 wollen die SIG 150 GWh Solarstrom pro Jahr produzieren, was dem Verbrauch von 50 000 Haushalten in Genf entspricht, sowohl durch die Einrichtung von eigenen Solarkraftwerken als auch durch die Unterstützung von Eigenerzeugern, die uns ihre überschüssige Produktion verkaufen. Übrigens liefern die SIG seit dem 1. Januar 2017 ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energien.“ Durch diese neue Partnerschaft für die Förderung von lokal produzierter Solarenergie trägt Genf aktiv zur eidgenössischen Energiestrategie 2050 bei. 

Im Vertrag zwischen den beiden öffentlichen Einrichtungen werden die Rahmenbedingungen der Partnerschaft festgehalten. Genève Aéroport stellt seine Dachflächen für die Installation von Photovoltaik-Modulen zur Verfügung. Die SIG finanzieren das Projekt und leiten die Planungs- und Bauphasen sowie die Instandhaltung der Kraftwerke. Die Kraftwerke gehen für eine Dauer von 25 Jahren in das Eigentum der SIG über. Der produzierte Solarstrom wird hauptsächlich durch den Genève Aéroport konsumiert. „Durch diese Win-win-Kooperation tragen beide Partner aktiv dazu bei, dass sich Genf als Schweizer Vorreiter bei der Energiewende positionieren kann“, freut sich Antonio Hodgers, Regierungsrat für Raumplanung, Wohnungsbau und Energie. Er fügt hinzu, dass dieses Projekt „die Nutzbarkeit der Dächer zur Produktion von erneuerbaren Energien verdeutlicht, um die Energieziele des Kantons zu erreichen, also eine Gesellschaft mit 2000 Watt ohne Nuklearstrom.“ 

Neben diesem Projekt hat der Genève Aéroport zahlreiche weitere Massnahmen für eine nachhaltige Entwicklung durchgeführt. Zum Beispiel veröffentlicht der Genève Aéroport alle zwei Jahre einen vollständigen Bericht über die Massnahmen für die Mitarbeiter und Partner in Bezug auf den Betrieb seiner Infrastruktur und seine Umweltschutz-Massnahmen zur Verringerung der Lärmbelästigung und der Auswirkungen auf die Atmosphäre. 

Auch die kürzliche Verabschiedung durch den Staatsrat der Finanzierung eines Hochspannungskabels entlang der südlichen Fassade des Flughafens parallel zur Entwicklung des Génilac-Netzes für die Versorgung des Flughafen-Viertels verdeutlicht dieses Engagement. Insgesamt investieren öffentliche und private Partner 43 Millionen Franken. 

Pierre Maudet, Staatsrat für Sicherheit und Wirtschaft führt aus: „durch diese Partnerschaft zwischen dem Genève Aéroport und den Services Industriels Genevois vereinen zwei autonome öffentliche Einrichtungen ihre Kräfte zur Förderung von grünen Energien. Ich stelle mit Befriedigung fest, dass diese vorbildliche Dynamik nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt hat, sondern auch Anregung zu anderen neuartigen Projekten im Rahmen der Forschung zu erneuerbaren Energien geben wird. Diese werden zukünftig durch den Innovations-Fonds unterstützt, der im Rahmen der Steuerreform 2017 eingerichtet werden soll.“ 

Diese ca. 55 000 m2 Dachfläche mit Photovoltaik-Modulen stellt eine erste Etappe der gemeinsamen und nachhaltigen Entwicklung von sauberen Energien dar, die Vorteile für den gesamten Kanton mit sich bringen. Die SIG und Genève Aéroport sind stolz auf diese Vereinbarung und stellen sich den Herausforderungen der Energiewende.


MEDIENKONTAKTE

•    Pierre Maudet, Staatsrat für Sicherheit und Wirtschaft, Ansprechpartnerin Emmanuelle Lo Verso, 079 955 44 29
•    Antonio Hodgers, Staatsrat, Ansprechpartnerin Pauline de Salis,  076 304 20 66
•    Mathilde Boillat, Pressesprecherin des Genève Aéroport,  079 773 18 01
     mathilde.boillat@gva.ch
•    Anne-Claude Steiner Mellot, Pressesprecherin der SIG, 079 629 41 66
     anne-claude.steiner@sig-ge.ch