Flughafen Genf nehmt mit sechs weiteren internationalen Flughäfen an Hackathon teil


16.06.2017

Auf Initiative des Flughafens Amsterdam Schiphol organisieren sieben europäische Flughäfen den {re}coding aviation hackathon. Während dieses Hackathons, der vom 16. bis 18. Juni in Berlin stattfindet, werden Entwickler herausgefordert, neue Anwendungen zu entwickeln, die die Reiseerfahrungen von Passagieren verbessern sollen. Neben Schiphol stellen die Flughäfen von Stockholm (Swedavia), Frankfurt (Fraport), Genf, London Gatwick, München und Kopenhagen Daten zur Verfügung. {re}coding aviation ist der erste Flughafen-Hackathon mit stark internationalem Charakter.

Der heutige Flugpassagier reist immer öfter mit einem Umsteige-Zwischenstopp auf einem dritten Flughafen von A nach B. Dies kann für Probleme sorgen, wenn es Verspätungen gibt oder das Gepäck nochmals eingecheckt werden muss. Durch Zusammenarbeit und gegenseitigen Datenaustausch sind die Flughäfen besser in der Lage, derartige Passagierströme in gute Bahnen zu lenken und Verspätungen und Unannehmlichkeiten für die Reisenden zu vermeiden. Mit der Organisation von {re}coding aviation möchten die sieben Flughäfen praktische Anwendungen entwickeln, die dazu beitragen, den Passagieren einen noch besseren Service zu bieten, auch bei einem Zwischenstopp.

Die Teilnehmer sind frei, verfügbare APIs und Datensätze mithilfe von Anwendungen wie AI, IoT und Sensoren, Chatbots, Robotica und Wearables zu verwenden. So stehen unter anderem Flug- und Wartezeiten sowie APIs zur Indoor-Navigation zur Verfügung. Die Entwickler sollen sich der Herausforderung stellen, einen Schritt weiter zu gehen als die standardmässigen Mobil-Apps und Buchungs-Websites. Die Organisatoren des Hackathons regen Entwickler, Designer und sonstige Interessierte dazu an, mit innovativen Ideen die Erfahrungen von Flugreisenden neu zu definieren. Durch die gemeinsame Nutzung von Daten möchten die Flughäfen ihre Zusammenarbeit weiter optimieren und die Verwendung offener Daten stimulieren.

Bei früheren von den verschiedenen Flughäfen organisierten Hackathons entstanden Anwendungen, die weiterentwickelt und schliesslich tatsächlich in Gebrauch genommen wurden. So verwendet Fraport ‚FRAnky the Chatbot’, einen Facebook-Chatbot, der Fragen von Reisenden beantwortet. Schiphol arbeitet derzeit an der Implementierung von TimeFlies, einem Konzept, das auf dem Dutch Open Hackathon 2016 entstand. TimeFlies bietet Reisenden aktuelle Informationen zu Wartezeiten, Flug- und Reisezeiten. 

294,2 Millionen Passagiere

Die sieben Flughäfen, die an dem Hackathon teilnehmen – der auf ‚neutralem‘ Terrain in Berlin stattfindet – fertigen jährlich 294,2 Millionen Passagiere ab. In ungefähr 40 Prozent der Fälle handelt es sich um Flugreisen mit Umsteige-Stopp. Neben den sieben Flughäfen beteiligen sich Sita und Kone als Technologiepartner am Hackathon und stellen APIs zur Verfügung. T-Systems und ACI Europe sind als unterstützende Partner mit dabei.
 

Vier Themen

Der Hackathon ist in vier Themenbereiche unterteilt - Life before the Airport, Life at the Airport, Life in between Airports und Life after the Airport -, die zusammen alle Facetten einer Flugreise abdecken. Von der Buchung einer Reise bis zur Reise selbst und von der Passkontrolle bis zur Ankunft am Bestimmungsort. Jedes Thema hat seine spezifischen Herausforderungen.

{Re}coding aviation ist eine einzigartige Möglichkeit, einen weiteren Schritt voranzukommen, indem viele Gehirne auf unterschiedliche Weise neu über unsere Herausforderungen nachdenken“, meint Gilles Brentini, Innovation Manager IT-Airport am Flughafen Genf. „Es ist ein wundervolles Beispiel für eine Kooperation von Flughäfen, Partnern und der Gemeinschaft insgesamt, die unsere Branche zur nächsten Generation von Informationssystemen für Reisende bringen könnte. Ich bin stolz darauf, zu einem solchen Event beitragen zu dürfen, und ermutige dazu, zugunsten unserer Passagiere Mauern zwischen den Aktoren einzureissen.“

Der Gesamtsieger des Hackathons gewinnt eine komplett versorgte Reise zum grössten europäischen Start-up-Event, Slush, der vom 30. November bis 1 Dezember in Helsinki stattfindet. Die Gewinner der verschiedenen Themen gewinnen einen Helikopter-Rundflug. Ausserdem vergeben die teilnehmenden Partner Preise an ihre persönlichen Favoriten.