Wirbelschleppen: Ende der Ausnahmeregelung für Genf


28.03.2013


Per 30. Oktober 2013 werden die Flugsicherungsverfahren am Genfer Flughafen angepasst. Die Umsetzung der Vorschriften zu den Wirbelschleppen (Wake Turbulences) wird Auswirkungen auf die verfügbare Kapazität für die Leichtaviatik in Genf und für die Helikopter haben.

Die Flughafenbetreiberin Genève Aéroport und ihr Flugsicherungspartner Skyguide trafen sich heute in Anwesenheit von Vertretern des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) mit den Flughafennutzern. Dabei sind diese im Detail über die Anpassungen der

Flugsicherungsverfahren informiert worden, die am 30. Oktober 2013 in Kraft treten werden.
Zur Erinnerung: Nach einer 2005 begonnenen Konsultation der betroffenen Kreise hatte das BAZL im Juni 2012 beschlossen, die internationalen Verfahren in Bezug auf Wirbelschleppen am Genfer Flughafen strikt umzusetzen.

Wirbelschleppen (Wake Turbulences) sind aerodynamische Turbulenzen, die sich hinter Luftfahrzeugen bilden. Sie entstehen durch den Rückstoss der Triebwerke (Jetwash) und den Wirbel, der an den Flügelenden und -oberseiten erzeugt wird. Durch diese Wirbelschleppen wird die Luftmasse instabil. Sie können daher ein Risiko für Flugzeuge darstellen. Aus Sicherheitsgründen muss deshalb zwischen zwei Bewegungen auf derselben Piste ein ausreichender zeitlicher Abstand gewährleistet werden. Da sich Wirbelschleppen insbesondere durch den Wind verschieben können, müssen die Mittelachsen von zwei parallelen, unabhängig voneinander betriebenen Pisten mindestens 760 Meter auseinander liegen. Am Genfer Flughafen beträgt der Abstand zwischen der Beton- und der Graspiste 250 Meter. Die Bewegungen auf den beiden Pisten müssen daher eng koordiniert werden. Gemäss dem neuen Verfahren muss die zeitliche Staffelung zwischen zwei Flugzeugen gleich gross sein wie bei Bewegungen auf derselben Piste.

Diese Änderung der Flugsicherungsverfahren tritt per 30. Oktober 2013 in Kraft.* Gemäss dem Betriebsreglement und den auf internationalen Schweizer Flughäfen üblicherweise angewendeten Grundsätzen wird der kommerziellen Luftfahrt Priorität eingeräumt. Dies bedeutet, dass die Kapazität für die Leichtaviatik eingeschränkt wird. Ausserdem wird sich das neue Verfahren auf die Helikopterflüge auswirken. Die der Leichtaviatik zur Verfügung stehenden Zeitfenster sind den Nutzern mitgeteilt worden.

Bisher erfolgte die gleichzeitige Nutzung der Gras- und der Betonpiste auf dem Genfer Flughafen als Ausnahme zu einem internationalen Standardverfahren. Der durch die Entwicklung der Bundesgesetzgebung notwendig gewordene Entscheid des BAZL ist angesichts der ständigen Zunahme des Flugverkehrs in Genf unvermeidbar geworden. Mit dieser Umsetzung der Vorschriften im Bezug auf die Wirbelschleppen will der Bund an den Schweizer Flughäfen ein optimales Sicherheitsniveau gewährleisten.

* Dieser Entscheid des BAZL ist Gegenstand von Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht. Diese haben jedoch keine aufschiebende Wirkung.