Waadtländer und Genfer Rettungsdienste proben Ernstfall


16.11.2009

Im Rahmen der vom Waadtländer Regierungsrat definierten Ziele im Bereich des Bevölkerungsschutzes wird vom kantonalen Führungsstab (KFS) des Kantons Waadt und dem Sicherheitsdienst des Internationalen Flughafens Genf gemeinsam eine gross angelegte Notfallübung vorbereitet, bei welcher der Absturz eines Passagierflugzeuges in der Umgebung von Nyon simuliert wird. Mit dieser Übung, die in der Nacht vom 25. auf den 26. November beginnt und den Einsatz von nahezu 870 Personen erfordert, sollen die Einsatzverfahren sowie die Koordination zwischen allen beteiligten Partnern getestet werden.

Am 25. und 26. November 2009 organisiert der kantonale Führungsstab (KFS) des Kantons Waadt in enger Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst des Internationalen Flughafens Genf (GVA) seine jährliche Rettungsübung, bei welcher der Absturz eines Passagierflugzeuges in der Umgebung von Nyon simuliert wird. Die Übung steht unter der Leitung einer Projektgruppe und hat zum Ziel, dem KFS sowie dem GVA zu ermöglichen, die Einsatzverfahren und -massnahmen für den Notfall zu testen. In die Übung einbezogen werden die Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes, d.h. Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienste, Zivilschutz und technische Betriebe sowie öffentliche und private Einsatzkräfte, die Armee und die Kantons- und Gemeindebehörden.

Mit 11,5 Millionen Passagieren und 190'000 Flugbewegungen im Jahr 2008 ist der Internationale Flughafen Genf eine dynamische Plattform, dessen Anflugachsen nationale und kantonale Grenzen überschneiden. Um die Vorsorge- und Interventionsfähigkeit im Sicherheitsbereich gewährleisten und weiter entwickeln zu können, schreibt das Gesetz regelmässige Übungen vor; diese Vorschrift wird dieses Jahr im Rahmen der Übung GVA 09 umgesetzt, bei der die zum Einsatz stehenden technischen und menschlichen Mittel getestet werden.

Ein solches Ereignis, bei der eine Gefahrensituation mit schädlichen Auswirkungen für den gesamten Kanton simuliert wird, erfordert den Einsatz von nahezu 600 Einsatzkräften mit 150 Fahrzeugen, 4 Helikoptern und 1 Mini-Drohne, sowie 150 freiwilligen Statisten. Dazu kommen zusätzlich 120 Mitglieder des Regiebetriebes, Evaluatoren und Mitarbeiter in den Bereichen Logistik, Infrastruktur und Sicherheit, d.h. insgesamt 870 Personen.
Gestestet werden sollen anhand dieser Übung die Einsatzverfahren aller beteiligten Partner, die Arbeitsmethoden der für die Lokalisierung und Identifizierung der Opfer direkt zuständigen Stellen, das Management der medialen Auswirkungen und die koordinierte Informationsvermittlung, sowie die Gewährleistung der Sicherheit der Einsatzkräfte und Überlebenden im Katastrophengebiet, indem irrationalem Verhalten und psychologischen Reaktionen vorgebeugt wird.

Die Interventionsverfahren des GVA werden auf Grundlage eines theoretischen Modells erarbeitet. Dieses beruht auf der Auslegung verschiedener Informationen aus Ereignisanalysen und der Zusammenlegung von Erfahrungen mit verschiedenen Partnern auf der ganzen Welt. Im Katastrophenfall ist der GVA aufgrund seiner besonderen Stellung dazu bestimmt, die Anstrengungen aller beteiligten Partner auch ausserhalb der kantonalen und nationalen Grenzen zu koordinieren. Mit der Übung GVA 09 wird es erstmals möglich sein, die langjährige Zusammenarbeit zwischen den Genfer und Waadtländer Behörden konkret auf die Probe zu stellen.